Mein Arbeitstag als Keramikerin

Mein Tag startet mit einem guten Frühstück,

meist noch im Pyjama… Halt! Meist zuerst mit einem Gang zum Brennofen, mit Pyjama. Nur die Stiege schnell runter; barfuß; und: „ich bin eh gleich wieder da!“ – Das Frühstück um halb 8h, (oder ein ausgiebiges Abendessen am Vorabend) ist der Treibstoff für den ganzen Vormittag. Ebenso der lange Spaziergang mit dem Hunderl Alice, wenn es grad bei uns ist. Nach einem kurzen (?) Handy-Email-Facebook-Instagram-Check gehe ich ins Atelier, das sich in unserem Haus einen Stock unter unserer Wohnung befindet. Spätestens um 9 Uhr. Nebenan ist auch mein Büro. Der Computer wird erst gegen Mittag eingeschaltet; zum Emailbeantworten…

Zuerst geht es in „meine Staubzone“,

wo ich meine Schuhe wechsle (damit der Staub nicht im ganzen Atelier verteilt wird). Dort gebe ich modellierte Schalen vom Vortag aus den Formen, ziehe den Stoff ab (es ist immer ein Highlight, wenn das Muster zum Vorschein kommt), schwämmle, stelle sie zum Trocknen aufs Regal und knete mittwochs Porzellanmasse, weil Mittwoch ist mein Drehtag an der Töpferscheibe. Ich bin Keramikerin, Einpersonenunternehmerin, …

…und Gestalterin. Durch und durch. – Auch im übertragenen Sinn: in Beziehungen, zu Hause,  in der Familie. Meine Kernfamilienmitglieder -ausschließlich Männer- profitieren davon?! Und: ja, sie stöhnen auch manchmal darüber 😉

Neue Gefäße, Becher, Schalen drehe ich auf der Töpferscheibe.

Dazu brauche ich Erfahrung, Können, Durchhaltevermögen, Kraft und Pausen; – und Ausgleichsbewegung. Weil das statische Sitzen und konzentrierte Arbeiten strengt an.

Bringt jedoch auch meine Gedanken in den Fluss… das wiederum bringt neue Ideen hervor… – es ist ein kreatives Schaffen, im Einklang mit meinen Händen.

Meine Hände lieben es, zu gestalten.

Und am Abend sorgsam eingecremt zu werden.

Eine Bäuerin darf man nicht an ihren rauen Händen erkennen, sagt meine Mutter. Eine Keramikerin auch nicht, sage ich! 😉

Wenn der Ofen abgekühlt ist auf unter 100 ° Celsius, kann ich ihn öffnen und schön langsam ausräumen. Bestellungen werden zur Seite gestellt, anschließend gut verpackt und verschickt. Die anderen exklusiven Porzellanwaren kommen in meinen Schauraum und werden vor allem auf Märkten oder Messen verkauft.

Märkte vorzubereiten macht Spaß

(wie gestalte ich meinen Markt-/Messestand?); ist aber auch viel Aufwand. Uch! Dieses Einpacken und Kistenschleppen, und Auspacken und wieder Einpacken… Trotzdem freue ich mich immer sehr auf meine Kund-/innen; und wenn ich dort bin, nette Bekanntschaften mache, gute Gespräche führe, mich mit den anderen Ausstellern austauschen kann und die Kundinnen sich über die schönen Porzellan-Unikate freuen, ist die große Anstrengung und der viele Aufwand längst vergessen.

Mittags (meist um 12 h) koche ich

und halte auch des öfteren nach dem Essen eine kurze Siesta im Garten oder auf der Couch, bevor es nachmittags um 14h im Atelier und Büro weiter geht: Manches von den exklusiven Porzellanunikaten wird fertig gemacht und nach der Trocknungsphase von ein paar Tagen in den Brennofen geräumt. Der glüht dann 24 Stunden und heizt auf über 1200 Grad Celsius rauf. Manchmal stehen Vorbereitungsarbeiten für Workshops an. NEU! siehe h i e r   und h i e r 🙂

»Arbeite am Morgen wie ein Schöpfer. Am Nachmittag wie ein Manager.« gelesen bei Kerstin Hack (fokus-und-kraft-steigern-ebook)

Abends bemühe ich mich, um 18h aus dem Atelier zu kommen; und dann nicht zu oft auf das Handy zu schauen, um damit weiter zu arbeiten für Postings, Recherche, etc….

Dafür sorgt auch meine Familie, falls sie zu Hause ist. Entspannen kann ich mich mit einem Buch in der Badewanne, im Sommer im Garten in der Hängematte oder im Hängesessel. Statt den Fernsehabenden, schreibe ich meine Blogartikel; oder manchmal gehe ich auch aus; mit meinem Mann. Oder wir laden Freunde ein… Oder wir genießen den Abend ganz alleine, ohne Hund und Söhne, die ohnehin schon flügge sind.

Ich genieße auch die Abende, falls ich ganz alleine zu Hause bin. Zeit nur für mich und mit mir…Fein!- Wobei ich kurz vor dem Schlafengehen noch mal zum Brennofen schaue…

Nur die Stiege schnell runter; barfuß; und: „ich bin eh gleich wieder da!“

 

Alle Bilder @Elisabeth Bernhofer; Fotoreportage siehe h i e r

 

PS: kommendes Wochenende findet der Frauenkunsthandwerksmarkt in Ottensheim statt. Textpoterie ist mit dabei. Dort kannst du die geschaffenen Porzellanunikate in deine Hände nehmen … Ich freue mich auf dich!

 

 

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