Einfaches Wohnen mit natürlichen Materialien

Schlichtes Wohnen mit Naturmaterialien wie Holz, Leinen,Baumwolle, Wolle und Keramik … schafft eine entspannende Athmosphäre:

  • Wohnen mit viel natürlichem Licht hebt die Stimmung.
  • Blumen, Pflanzen und Haustiere im Haus ebenso.
  • Vielleicht magst du dir aus aus ein paar Leinen-Stoffresten einen Polsterüberzug nähen?
  • Wolldecken machen Sofas schön gemütlich
  • Kachelöfen machen die Stube heimelig
  • schöne Keramik und Gläser lassen Essen und Getränke gleich viel besser schmecken; die Augen essen mit! Die Lippen schmecken Getränke von feinen Gläsern anders als von dicken Rändern.

Als drittes Kind von vier wuchs ich auf einem Bauernhof inmitten von Wiesen, Hopfenfeldern, Feldern und Obstgärten auf.

Mein Vater war, ebenso wie seine Vorfahren, Bauer; Hopfenbauer. Meine Mutter war nach der Grundschule zuerst Magd, dann nach einer Haushaltungsschule Krankenschwesterschülerin in einer Kleinstadt. Ihre Ausbildung hängte sie aus Liebe zu meinem Vater an den Nagel. Mit dem Bewusstsein, dass mein Vater sie auf dem entlegenen Bauernhof mit einer alten, gebrechlichen Mutter, voll und ganz auch als Arbeitskraft brauchen würde.

Der elterliche Dreiseithof steht inmitten reinster Natur, wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht wünschen.

Die Vögel und der Hahn kündigen schon in aller Früh den Tag an. Katzen und ein Hund hatten (und haben auch jetzt noch) reichlich Platz. Diese durften auch in die Stube rein; zur Freude von uns Kindern.

Vier Kilometer ist unser Hof vom Webermarkt Haslach entfernt. Und gar nicht weit weg vom Haslacher Bahnhof und der Gr. Mühl. Das entfernte Tuten der Mühlkreisbahn weckte die Sehnsucht in mir zu reisen, und etwas Spannenderes zu erleben, als am Bauernhof und am Schulhof. Im Sommer badeten wir in der Großen (und kalten) Mühl. Der Weg zur Badestelle, gleich neben dem Bahnhof, führte durch den Wald.

Dort mischte sich der Duft des Wassers, mit dem Duft von Wald-Erdbeeren und mit dem frischen, moosigen Duft des Waldbodens. An manchen Stellen des Mühlviertels kann ich dieses Gemisch beim Wandern riechen, wiedererkennen, und ein Gefühl von Freude steigt in mir hoch. Sommergefühle!

Unser alter Wohntrakt, in dem ich 10 Jahre lebte und spielte, war aus Granitsteinen gebaut, mit Lehm und Kalk verputzt.

Eingang zu einem alten mühlviertler Bauernstöckl, bei Freunden

Unsere Stube war groß und hell, hatte 6 kleine Kastenfenster, mit tiefen Fensterbrettern. Die rot karierten Vorhänge aus mühlviertler Bettzeugstoff waren die Vorhänge meiner Kleinbühne, wo ich liebend gerne spielte; und u.a. Mamas feine kleine Armbanduhr auseinandernahm und wieder zusammensetzte. – Der Uhrmacher hatte mich verraten…

Der Boden war aus breiten Holzdielen, die meine Knie so manches Mal zu spüren bekamen.

(- Danke für die kleinen Raufereien, lieber Bruder! Erwischte uns Mama dabei, mussten wir unsere Zwistigkeiten weit auseinandersitzend auf dem jeweils anderen Ende der langen Bank verbal weiter austragen…)

  • Holzböden im Wohnbereich fühlen sich (barfuß) gut an, und lassen den Raum warm und einladend wirken
Wohnstube in einem altem Bauernstöckl

Unser quadratischer großer Bauerntisch hatte eine große Fichtenholzplatte. Übers Eck lange Bänke. An den anderen beiden Seiten umrahmten eine mobile Holzbank und zwei einfache Holz-Sessel den Tisch. Die Lade des Tisches war geschnitzt und mit den Initialen meiner Großeltern – J für Josepha und F für Florian- geschmückt. Im Herrgottswinkel hängte ein geschnitztes Kreuz, und in manchen Stuben der „Suppenbrunzer“.

-Wer mehr zum sogenannten Suppenbrunzer und die Zusammenhänge zur Leinenweberei wissen möchte, möge doch das Textile Zentrum inklusive Webereimuseum in Haslach besuchen, und nach dem „Suppenbrunzer“ fragen! 🙂 …

Eine schöne Holz-Kredenz verstaute Mamas feines weißes Hochzeitsporzellan, von dem ich jetzt noch den Suppentopf ohne Deckel besitze und für Salat verwende.

Die Kredenz barg außerdem Weingläser und alte Tee-Gläser, die meine Oma 1919 zur Hochzeit gekommen hatte, und unsere Schultaschen aus buntem Leder am Wochenende. Am Fensterbrett daneben stand unser Schwarz Weiß-Fernseher, mit manch rauschendem Bild auf den 2 Sendern. Dann kletterte Papa aufs Dach, und richtete die Antenne neu aus. Untertags gab es Zeiten, da wurde nur das ORF Standbild ausgestrahlt. Da war dann das Spielen viel lustiger als das Fernsehen.

Zw. Bank und Kredenz stand Mamas Nähmaschine.

Fußbetrieben: wollte man damit nähen, musste man mit einem großen Pedal aus Schmiedeeisen beidfüßig treten. Unsere Mutter gebrauchte die Nähmaschine vor allem zum Flicken. Auch wir Mädchen durften an die Nähmaschine; als Kinder erreichten unsere Füße nur stehend das große Pedal zum Treten. Meine große Schwester versuchte mühsamst aus rotem Lackleder einer unserer Katzen Stiefel für den Winter zu nähen. Das Vorhaben scheiterte an der Katze, die sich die Stiefel gleich wieder abstreifte. Sie hatte wohl keine Ahnung vom feinen gestiefelten Kater, seinen Stiefeln und seiner Karriere am Königshof. – Stubenhockerin!

Im Eck neben dem Kachelofen mit beigen gerillten Kacheln, die meist heiß waren, wenn meine Finger darüber glitten, stand das Bettsofa.

Herrlich zum Herumtollen und Gaudimachen, v.a. wenn Papa sonntags sein Rasterl hielt. Mama nähte die Leinenpölster für unser Sofa selbst. Mein Onkel, der in einer Weberei im Ort arbeitete, steuerte die roten Wolldecken mit Fransen dazu bei.

Über dem Sofa hingen auf Holzplatten aufgezogene Kalenderbilder. Von Friedrich Gauermann. Eines beeindruckte mich stark, wenn ich krank und mit Wadenwickel auf dem Sofa lag:  „Heimkehr vor dem Gewitter“ mit dramatisch bäuerlichem Sujet.

Jede Stube hatte eine Wärmequelle; meist war es ein Kachelofen, der Wärme im Winter ausstrahlte, und die Stube gemütlich machte.

Kindergarten gab´s nicht für Dorfkinder.

Neben dem Kachlofen stand ein Geschenk vom großen Onkel aus der Stadt: ein blaues Kindertischlein mit Holzsesselchen. Mein erstes Büro, wo ich fast den ganzen Vormittag zeichnete, bastelte, Papier hortete und träumte. Im 4. Eck, neben der Stubentüre, stand ein riesengroßer schwarzer Schreibtisch. Mit Papier und Stiften, Rechnungen, und einem dunklen Drehsessel aus Holz, von dem ich wunderbar schwindelig wurde, wenn mich mein Bruder zu schnell herumdrehte. So war ich als Kind einen ganzen Tag lang beschäftigt; mit Basteleien, Spielzeug aus Holz, Katzen und Hund und Handtaschen, doch das erzähle ich ein anderes Mal! 🙂 …

Ah ja, erwähnte ich schon, dass meine Mama Pflanzen liebt und überall im Haus verteilt?

  • Zimmerpflanzen verschönern nicht nur den Wohnraum, sondern verbessern auch die Luftqualität in jedem Raum!

Meine Mutter hat „einen grünen Daumen“ und so manche Tricks auf Lager, wie die Pflanzen schön fett und glänzend werden.

  • sie nimmt Reste von Bierflaschen (Bierhanseln) zum Gießen
  • oder sie vergräbt gebrauchte Kräuterteesackerl in der Blumenerde als Langzeitdünger
  • sie wäscht von Zeit zu Zeit die Blätter mit Essigwassser ab
  • meine Mutter singt immer beim Blumengießen

dann wussten wir Kinder, dass die Welt in Ordnung war!…