Collagen von Jochen Höller

Bücherspektrum
martin heidegger – sein und zeit / detail

martin heidegger – sein und zeit

in 80 Tagen um die Welt

marilyn monroe -türkis / detail

Superman
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 karl marx – das kapital / buch

 karl marx – das kapital / arbeit-geld

„Neben dem Abspekt der textlichen Struktur sind die Arbeiten von Jochen Höller aber natürlich auch vom ästethisch abstrakten minimalistischen Standpunkt aus zu betrachten. Jede Collage spielt in ihrer Ausführung auch mit der Dreidimensionalität, drängt durch Überlagerungen in den Raum, kommt wieder zurück, wirkt in der Entfernung wie ein gestisches Linienspiel à la Twombly. Die Absurdität dieses Vergleiches liegt in der Zeitlichkeit. So sind zwar die Arbeiten von Jochen Höller stets momenthafte auf das Jetzt beschrängte Aussagen, und doch steckt in der Ausführung ein enormer Zeitaufwand.“
Text: Eva-Maria Bechter

 

ludwig wittgenstein – tractatus logico philosophicus

Wittgenstein-Generator – Basierend auf dem Buch Tractatus Logico-Philosophicus von Ludwig Wittgenstein


„Höllers Konzept der Dekonstruktion und Neuordnung ist auch hier Grundprinzip seiner Arbeit. Zugleich verfolgt er mit diesem Verfahren auch eine gewisse Funktion, die dem Werk immanent sein soll. Minutiös zerlegt Höller nämlich Wittgensteins Text, schneidet jedes einzelne Wort und Satzzeichen aus dem Buch um dann die einzelnen Wörter gemäß ihrer Position im Satz neu zu ordnen. So gehören alle ersten Wörter jedes Satzes zusammen, alle zweiten Wörter, alle dritten Wörter, usw.. Alle Wörter der gleichen Position werden dann alphabetisch geordnet, die doppelt vorkommenden aussondiert und nacheinander auf einem Papierstreifen angeordnet, welcher dann über eine Scheibe geklebt wird, deren Durchmesser sich aus der Anzahl der an der jeweiligen Position befindenden unterschiedlichen Wörter ergibt und deren Dicke durch das jeweils längste Wort an dieser Position bestimmt ist. Die einzelnen Scheiben sind nacheinander auf einer Achse positioniert beginnend mit den Wörtern der ersten Position und endend mit Position 80, der Scheibe mit dem kleinsten Durchmesser, da nur ein Satz aus einer so hohen Anzahl an Wörtern gebaut ist. Die einzelnen Scheiben lassen sich um ihre eigene Achse drehen, wodurch jeder einzelne Satz aus Wittgensteins Tractatus wieder rekonstruiert werden kann. Das ausgeklügelte Verfahren der Dekonstruktion und Ordnung macht die Rekonstruktion des gesamten Textes möglich und bringt gleichsam eine Funktion hervor die, neben der Rekonstruktion auch die Neukreation möglich macht.“
 Text: Lili Hargassner

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Schuld und Sühne

Schuld und Sühne gerade zu sehen in Brüssel
Foto: Mario Mauroner Contemporary Art
www.galerie-mam.com

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